Ortschronik von Geltow


993

erste urkundliche Erwähnung Geltows
Kaiser Otto III schenkt seiner Tante, der Äbtissin von Quedlinburg die Orte „poztupimi und gelti“

1242

Geltow gehört dem Ritter Balduin von Trest,
ab 1339 dem Ritter Helling von Gelt,
ab 1375 der Familie von der Gröben,
ab 1420 dem Ritter Wychard von Rochow,
ab 1450 dem Ritter Otto von Hake

1355

wird eine Pfarre in Geltow erwähnt (ein „herr Jan, parrer zu Gelt“)

1486

Die Geltower Kirchgemeinde gehört zum Bistum Brandenburg.
Während der Bauernkriege (1524-1525): Von den acht Geltower Kossäten bleiben nur noch vier übrig.
Während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648): Aus Angst vor den Soldaten Wallensteins liefen 1635 vier Mägde bei Baumgartenbrück in die Havel und ertranken.

1624

wird erstmals eine Mühle erwähnt, ab 1703 von A. Kaehne betrieben

1663

Geltow wird Amtsdorf im Amt Potsdam. Das Rittergut Geltow wurde von der Familie v.Hake an den Großen Kurfürsten verkauft

1674

Der Große Kurfürst läßt die Baumgartenbrücke errichten.
Viermal in der Woche fuhr eine Postkutsche über die Brücke von Cleve bis Königsberg / Ostpr.

1676

1. Brücke – eine hölzerne Zugbrücke- wird gebaut

1684

beginnt das Kirchenbuch Geltow zur Zeit von Pfarrer Woldershausen. Der Prediger erhält das Recht, Branntwein zu brauen.

1685

Der Große Kurfürst kauft den Gallin, das heutige Wildpark-West vom Städtchen Werder (Preis: 2600 Taler) und legt ein Vorwerk an.

1694

Errichtung der Teiche zum Entenfang für den königl. Hof

1713

das Fischerhaus in Baumgartenbrück wird gebaut.

1727

die erste Geltower Kirche wird abgerissen und eine neue gebaut (Fachwerk).

1746

Friedrich II übergibt Geltow dem Potsdamer Großen Waisenhaus in Erbpacht.

1748

Das heutige Gebäude der Gaststätte Baumgartenbrück wird als Zolleinnehmerhaus und Wirtshaus gebaut.

1764

großer Brand in Geltow – der Ort hatte keinen Nachtwächter und keine Feuerwehr. Auch die ist Mühle betroffen, wird neu gebaut

1776

Kolonie Neu Geltow wird von Friedrich II gegründet.
16 ausgediente Soldaten (Invaliden) werden angesiedelt.

1790

Bau eines Durchstichs Petzinsee – Schwielowsee, der Wentorfgraben

1793

Bau der Strasse Berlin – Potsdam – Brandenburg (B 1).

1799

Eine Ziegelei wird nahe der Baumgartenbrücke errichtet

1809

Ferdinand von Schill biwakiert in Geltow.
Er beginnt seine Rebellion gegen Napoleon von Geltow aus

1824

Gründung der Königlichen Landesbaumschule in Geltow durch Lenné. Hier wurden sämtliche Bäume und Sträucher für die königlichen Parks und Gärten herangezogen. Nach seinem Tod führte der königl. Garteninspektor J. Wrede die Arbeit weiter

1840

Jacob Grimm (Urheber der Märchenbücher) besucht Herrn Meusebach und macht von dessen großen Büchersammlung Gebrauch

1850

Dr.Th. August Förstermann richtet in der Meusebach Villa die sog. Assessorenfabrik ein

1870

Theodor Fontane als Gast in der Gaststätte Baumgartenbrück

1841

Der Wildpark wird nach Plänen von Lenné angelegt. Die Gemeinde Geltow verliert 385 Morgen Wald

1870

Bau des Carlsturm auf dem Heineberg

1871

Gründung der Villenkolonie auf dem Franzensberg

1886

Baubeginn der jetzigen Geltower Kirche, Einweihung am 22.12.1887

1886

Gründung des Männerturnvereins ( MTV )

1893

Die Landesbaumschule wird aufgeteilt und verpachtet

1895

Der Männerchor Concordia e.V. wird gegründet

1900

Häuser am Petzinsee und die Bergmeierei entstehen

1908

Neubau der Baumgartenbrücke mit Figurenschmuck

1909

Bau der Chaussee zum Bhf Caputh und der Betonbrücke über den Wentorfgraben

1906

Geltow erhält elektrisches Licht

1910

Bau der Bahnlinie Potsdam-Caputh

1911

Einweihung des Bahnhofs Caputh/Geltow

1912

Zusammenschluss von Alt- und Neugeltow zu Geltow

 

Während des Ersten Weltkrieges (1914-1918) fielen aus Geltow 37 Männer

1919

Die Funkempfangsstelle wird eingerichtet (100m hoher Funkturm), Geltow wird damit das „ Ohr zur Welt“

1930

Die Funkstation wird nach Schönefeld b. Beelitz verlegt

1934

Bau der Luftkriegsschule nebst Bunkeranlagen in Wildpark West.

1934

Beginn der planmäßigen Bebauung der Petzinstraße

1937

Die Berliner Photogafin Marie Goslich wohnt in jetzt in Geltow. Ihre schönen Fotos aus der Umgebung sind noch heute zu bewundern.

1939

Potsdamer Umland wird nach Potsdam eingemeindet
Weberei Henni Jaensch Zeymer siedelt sich in Geltow an

 

Während des Zweiten Weltkrieges (1939-1945) hatte Geltow 70 Kriegsopfer zu beklagen.

1945

am 30.April 1945 wird die Baumgartenbrücke von deutschen Pionieren gesprengt,
Wenig später besetzt die Rote Armee Geltow und baut die Brücke neu (Holzkonstruktion)

1945

nach dem Zweiten Weltkrieg: Bodenreform, Schulreform, erste Neulehrer in Geltow
auf dem Franzensberg werden Kinder aus dem zerbomten Berlin und Flüchtlingskinder in der leer stehenden Villa Kirchheim untergebracht, das spätere staatliche Kinderheim ,Lotte Polewka‘

1950

Einweihung der wiedererrichteten Baumgartenbrücke

1952

Ausgemeindung Geltows und anderer Dörfer aus Potsdam

1956

Baubeginn des Berliner Außenringes (Bahnbrücke über Templ. See)

1958

Gründung der Gärtnerischen Produktionsgenossenschaft(GPG) „Aufstieg“ in Geltow

1968

Zusammenschluss der GPG „Aufstieg“ Geltow mit der GPG „Havelobst“ Caputh zur GPG “Aufstieg“ Caputh/Geltow

1976

Bildung der zwischenbetrieblichen Einrichtung (ZBE) „Gewächshauswirtschaften Werder“

1984

Gründung der LPG (P) „Gewächshauswirtschaften Werder“
Der Geltower Betrieb wird „Betriebsteil II“

1985

am 1.September wird die neue zehnklassige Schule eingeweiht

1989

Einweihung der neuen Baumgartenbrücke (5.)

1990

Geltower Betrieb II wird privatisiert und zum Gartencenter umgebaut

1992

ehem. Luftkriegsschule wird Einsatzführungskommando der Bundeswehr

1993

9. bis 13. Juni: Festwoche anlässlich der 1000-Jahrfeier Geltows
Aufbau des Neuen Ortszentrums an der Caputher Chaussee (Fertigstellung 1996)

1995

Abriss der beliebten Gaststätte "Grüner Baum"

1996

Erste Einwohner beziehen das Wohngebiet „Am Schäfereifeld“

1997

Rekonstruktion der Bundesstrasse 1 (B1) in der Ortslage Geltow

2000

neues Feuerwehrgerätehaus an Freiwillige Feuerwehr übergeben

2003

Zusammenschluss der Orte Caputh, Ferch und Geltow zur Gemeinde Schwielowsee

2008

Grundsteinlegung für das neue Sport- und Vereinszentrum mit Jugendclub, Mehrzweckhalle, Kegelbahn und Vereinshaus.

2009

24.-26. April: Biwak zum Andenken an Ferdinand v. Schill
Die Kita „Villa Sonnenschein“ zieht in ein modernisiertes Gebäude
Fertigstellung Jugendclub und Sanitärtrakt.

2011

Fertigstellung Kopfbau Kegelbahn

2012

die ehem. Luftkriegsschule wird "Einsatzführungskommando" der NATO

2012

Übergabe der Urkunde „Staatlich anerkannter Erholungsort“
am 22. Dezember feiert die Kirchgemeinde das 125-jährige Bestehen der Kirche.

2013

1.April: Legung Stolperstein für Marie Goslich in Altgeltow
Fertigstellung der Mehrzweckhalle.

2014

Fertigstellung der Gaststätte und des Vereinshauses „Grashorn“
der Heimatverein Geltow e.V. bezieht 28. Juni sein neues Domizil „Am Wasser 2“ (an den Sonntagen des Sommerhalbjahres war das Haus für Besucher geöffnet

Ortschronik von Wildpark-West


1339

als Feldmark und Wiese Gallin erstmalig schriftlich erwähnt

1685

bis dahin Eigentum des Klosters Lehnin und später des Magistrats der Inselstadt Werder
1685 kauft der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm von der Stadt Werder den Gallin ab und lässt für drei eingewanderte Schweizer Familien Wohnungen und Wirtschaftsgebäude errichten. Erste schriftliche Erwähnung des Domänen-Vorwerkes Gallin (späterer neue Name Wildpark-West)

1729

auf dem Gallin entsteht für König Friedrich Wilhelm I. ein Domizil für Jagdpferde und Jagdhunde

1747

Friedrich der Große gibt das Vorwerk dem Militärwaisenhaus Potsdam in Erbpacht als Ernährungsbasis für die Kinder

1770

durch Kabinettsorder erhalten acht Kossäten aus Bornstedt den Gallin zur wirtschaftlichen Nutzung

1803

das Potsdamer Schlächtergewerk erhält den Gallin als Zwischenweideplatz für Schlachtvieh

1864

für 16.000 Thaler erwirbt König Wilhelm I. vom Schlächtergewerk den Gallin mit allen Gebäuden und Grundstücken als erbliches Eigentum für den Thronfolger und späteren Kaiser Friedrich III. Damit ist der Gallin Krongut des Hauses Hohenzollern geworden

1928

der im Exil lebende Exkaiser Wilhelm II. leitet Verhandlungen ein, um das Gut Gallin zu verkaufen

1933

im Namen des Preußischen Königshauses beginnt eine Terrainverwertungsgesellschaft die Grundstücke zu parzellieren und überwiegend an Berliner Interessenten zu verkaufen

1934

unter dem neuen Ortsnamen "Wildpark-West" wird nach dem genehmigten Ansiedlungsplan mit dem Bau der Villenkolonie begonnen

1945

sowjetische Offiziere mit ihren Familien belegen bis 1950/1952 die meisten Ein- und Zweifamilienhäuser
der größte Teil der Einwohner wird nach Geltow, Werder oder Potsdam ausquartiert bzw. flüchteten nach West-Berlin oder Westdeutschland
nach dem Kriege wird Wildpark-West für Umsiedler eine neue Heimat
Gegenwärtig wird ein Großteil der Grundstücke, die bisher der Wochenenderholung dienten, für den Bau neuer massiver Wohnhäuser genutzt