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Ziegelei in Geltow

Von den umliegenden Ortschaften Werder/Havel, Petzow, Caputh weiß man, dass es im 18. und 19. Jahrhundert Ziegeleien gab, aber hatte Geltow auch eine – und wenn ja, wo stand sie ?

Bauantrag des Herrn Geucke


Tatsächlich findet man im Archiv Golm Akten von 1796, über einen Bauantrag mit Lageplan und Ofenskizze zur  Errichtung einer Ziegelei.

Der Platz lag an der ehemaligen Straße zur Baumgartenbrücke und ist heute mit Häusern bebaut.

An diesem Berghang unterhalb des Brückenparks ist heute noch der pure Lehmboden sichtbar.





  Zu dieser Zeit waren die Ziegeleien in der Umgebung schon längst in Betrieb, und somit der Neubau in Geltow nicht gern gesehen. Prompt erschien eine Eingabe an das Amt Bornstädt, in der mehrere Ziegeleibesitzer gemeinsam protestierten. Es ging ihnen weniger um die Ziegelsteine, sondern um den zusätzlichen Holzbedarf, der den Holzpreis und damit den Preis für die Steine erhöht. Man forderte das Amt auf, wenn schon kein Verbot ausgestellt wird, dann sollte die Geltower Ziegelei wenigstens mit Torfbrand arbeiten. Die Holzsituation muss wohl kritisch gewesen sein, denn wenige Jahre später wurden alle Ziegeleien aufgefordert, sich auf Torfbrand umzustellen.



 Die Streitereien zogen sich über Jahre hin, wobei es auch um Mindestabstände zu Wohnhäusern, Holzmengen u.ä. ging. Interessant ist beim Betrachten der Akten zum einen der unterwürfige Ton des Antragstellers und die Anzahl der Beamten, deren Kontrollvermerke seitlich zu lesen sind. Da läuft ein und der selbe Vorgang schon mal 1 – 2 Jahre, was uns irgendwie bekannt vorkommt.



Der Torf war auch in Geltow reichlich vorhanden, speziell zwischen Ortsausgang in Richtung Wildpark West bis zu den Entenfänger Teichen.



 Wie viel Ziegelsteine von dem ersten Besitzer, Herr Geucke, hier produziert wurde, ist nicht bekannt. In einer Akte von 1806 vermerkt er, dass nach der Umstellung auf Torfbrand die Menge an Ausschuss zugenommen hat. Er zeigt sich sozusagen beim Amt selbst an, indem er zugibt, wieder auf Holzbrand ( zum Teil ) umgerüstet zu haben. Damit ist erwiesen, dass über mehrere Jahre diese Ziegelei produzierte.

Als Beweis für eine tatsächlich stattgefundene Produktion tauchte bei meinen Recherchen ein Foto von einem Ziegel mit einer Ziegelmarke, die eindeutig auf Baumgartenbrück deutet. Dieser Stein wurde in Berlin von einem Sammler gefunden und das Bild zusammen mit vielen Ziegelmarken aus unserer Umgebung in das Netz gestellt. Wer sich speziell zum Thema Ziegelei informieren möchte, ist mit diesem Link bestens bedient. http://www.horsthartwig.de



Im Jahr 1845 ist der Ziegeleibesitzer Geucke verstorben und die Genehmigung für weitere Nutzung der Anlage zur Ziegelproduktion wurde nicht weiter erteilt.
Das vorhandene Material wurde 1845 in der Gaststätte Baumgartenbrück versteigert und das Grundstück an die Geltower Kirche verkauft.

Amtsblatt der Regierung in Potsdam: 1845

Am Donnerstag den 18. Dezember d. J. des Vormittags 10 Uhr beabsichtige ich in dem Gasthofe zu Baumgartenbrück: a) einen erst vor einigen Jahren neu erbauten Ziegel-Trockenschauer von 144 Fuß Länge mit Rohrdach, b) 60 Stück kiehnene Bohlen aus den Ziegelei-Sümpfen, c) mehrere Ziegelei-Karren, unter den im Termine bekannt zu machenden Bedingungen gegen sofortige baare Bezahlung meistbietend zu verkaufen, wozu Kauflustige eingeladen.

Alt-Geltow, den 8. Dezember 1845. Der Gutsbesitzer F. Reising



Foto: Goslich Wenn dieses Foto auch erst um 1900 entstand, so hat man doch ein typisches Bild von einem voll beladenen Ziegelschiff.


Hier wird Brennholz in der damals üblichen Handelsgröße ausgeladen. (1 Klafter=3,4 kubikmeter)


Vermutlich wird hier Torf ausgeladen.

Anmerkung :
In den alten Akten von Lehnin taucht ein Schriftverkehr von 1773 auf, in dem immer die Rede von einer Ziegelei bei Baumgartenbrück ist. Es ist kein Besitzer oder Pächter angegeben und auch sonst nichts über eine Ziegelei zu dieser Zeit im Lehniner und Bornstädter Amt zu finden, sodaß man davon ausgehen kann, daß der damalige Beamte eine andere Ziegelei in der Nähe von Baumgartenbrück gemeint hat – vielleicht Petzow ?

Wer mehr erfahren möchte, kann folgende Seite (extern) besuchen:
Horst Hartwig - Ziegeleigeschichte - Ziegeleien in verschiedenen Regionen Brandenburgs

Bildquelle :
Ziegelstein: H. Hartwig
alle anderen Dokumente : BLHA Golm

Klaus Franke 2018





Mythos "Selbstmörderfriedhof in Geltow"

In der Petzinstraße, dort wo in der Kurve die alte Eiche steht, sollte es früher ein Friedhof für Selbstmörder gegeben haben. Ursprünglich sollen es 4 Eichen gewesen sein, die den Platz markiert haben. Folgendes spricht dafür : Augenzeugen (z. B. Frau Schopp, die inzwischen verstorben ist ) wurden in ihrer Kindheit sehr erschreckt durch einen (oder mehrere ?) Totenschädel, die von den Arbeitern des Straßenbaus auf den (oder die) Zaunpfähle gesteckt worden sind. Die Straßenführung verläuft jetzt teilweise durch diesen Begräbnisplatz. Auf dem Grundstück neben der Eiche wurde vom jetzigen Eigentümer ein Reststück einer Grabeinfassung entdeckt. Mehr Fakten gibt es heute nicht mehr. Was spricht aber dagegen ? Um das zu ergründen, habe ich zusammen mit Herrn Dobbermann, der als ehemaliger Pfarrer die alte Schrift lesen kann, die Geltower Kirchenbücher in eine lesbare Schrift übertragen und dabei sämtliche Selbstmordfälle von 1694 bis 1919 notiert. Von den 20 Selbstmördern in diesem Zeitraum wurden 16 auf dem kirchlichen Friedhof, und 4 Leichen an Ort und Stelle begraben (daselbst ). Da zu dieser Zeit die Kirche wie ein Amt fungierte, war jede Person von Geburt an über Trauung und Tod akribisch erfasst. Das heißt also, daß eine Beerdigung auf einem ,,Selbstmörderfriedhof‘‘ hätte im Kirchenbuch stehen müssen.
Es könnte allerdings auch sein, daß es sich um kleine Familien von Wanderarbeitern oder Zigeuner handelt, deren verstorbene Mitglieder an diesem – damals außerhalb von Geltow gelegenen Platz – in der Stille beerdigt wurden. Im Landesarchiv Golm sind u. a. in einem Buch von 1860 bis 1920 alle Begräbnisplätze rund um Potsdam vermerkt, aber kein Platz in der jetzigen Petzinstraße erwähnt. Es wird lediglich ein Fall dokumentiert, daß eine reiche Familie ( nicht im Raum Schwielowsee ) die Kirche um Erlaubnis bittet, auf dem eigenen Grundstück ein Familiengrab zu errichten. Es bleibt also ein Geheimnis, wie es zu einem (oder mehreren?) Gräbern im damaligen großen Obstland gekommen ist, aber weiter von einem Friedhof zu sprechen, wäre aus meiner Sicht Geschichtsfälschung.

Einträge der Selbstmordfälle in den Geltower Kirchenbüchern von 1694 - 1919

Die Mutter tötete ihr beiden Kinder und verübte dann Selbstmord - beerdigt Kirchhof Alt-Geltow


1908 ... erschoss sich auf dem Wentorf / Kaufmann aus Stallupönen / auf Wunsch der Verwandten hier beerdigt


Selbstmord im unzurechnungsfähigem Zustand 1898 - Alt- Geltow


Nach einer Anzeige des Gerichts zu Potsdam ist der Zimmermeister …. in Baumgartenbrück erhängt gefunden und daselbst an Ort und Stelle beerdigt worden.


erhängt gefunden ( Selbstmord ) 1863 Kirchhof zu Alt-Geltow


1861 Selbstmord ( erhängt gefunden ) Kirchhof zu Alt-Geltow


Ein unweit Neu- Geltow aufgefundener unbekannter weiblicher Leichnam ist nach der Besichtigung des Justiz-Amts Potsdam am 24. Sept. daselbst beerdigt worden. 1839


Ein am 19. Juli in der Bornimer Forst erhängt gefundener Mensch, Namens ……ist auf Anzeige des Justiz-Amts daselbst beerdigt worden. 1838


Selbstmord (wurde erhängt gefunden) Alt- Geltow


erhängte sich in Geistesumnachtung 1916 - Alt- Geltow


Ein am 17. Juli in der Nähe bei Baumgartenbrück gefundene unbekannte Leichnam ist am selben Tage mit Genehmigung des Amts Potsdam auf dem Gottesacker in Alt- Geltow beerdigt worden.


Der Leichnam ist am 12. Sept. 1873 an das Ufer der Havel hinter der Pirschheide .. von Potsdam angeschwemmt und daselbst gefunden worden. Nach Anzeige des Kreisgerichts zu Potsdam …… beerdigt in Neu- Geltow


Der in der Potsdamer Forst erhängt gefunden Bäckergesell …. aus Potsdam ist nach Anzeige des Schulzen Bäge zu Neu-Geltow am 28. März auf dem Kirchhof zu Neu- Geltow beerdigt worden.


hat wahrscheinlich aus Melancholie in dem Wasser sein Leben geendigt . Beerdigt am Ufer der Havel, wo er gefunden worden. 1824


Am 16. Mai hat sich ein unbekannter Mann auf der Geltower Feldmark seldst entleibt und ist am 17. ejusd. auf dem Kirchhof zu Alt-Geltow beerdigt worden.


Aug. ….. Wildwärter in der Pirschheide Selbstmord 1868 - Kirchhof Alt -Geltow


Ein am 24. Juni in der Landesbaumschule bei Alt-Geltow erhängt gefundene Mann ist am 25. just. auf dem Kirchhof zu Alt-Geltow beerdigt worden. 1839


…..erschoß sich selbstmörderisch im Wahn auf dem Obstgrundstück in Petzow - Gemeindefriedhof


Chr…… Schäfer zu Alt-Geltow Selbstmord - Auf den Kirchhof zu Alt-Geltow


hatte sich aus Schwermuth entleibt - Begräbnisplatz zu Alt-Geltow


Wenn als Begräbnisplatz Alt-Geltow steht, so ist damit die Fläche um die Kirche gemeint. Der Friedhof Neu-Geltow (in der Kurve rechts am Ortseingang )war ab 1778 nur für die 16 Colonisten Familien eingerichtet worden.
Ab ca. 1908 wurde der heute genutzte Friedhof in Alt-Geltow als Erweiterungsfläche eingerichtet und Gemeindefriedhof bzw. Kommunalfriedhof bezeichnet.

Klaus Franke



25 Jahre Heimatverein Geltow e.V.

25 Jahre sind eine lange Zeit und es ist nicht leicht, sie in kurzen Worten darzustellen, zumal diese Jahre in einer sehr bewegten Zeit stattgefunden haben und durch viele Menschen und Ereignisse geprägt wurden.
Am 16.März 1992 fanden sich in der damaligen Gaststätte „Grüner Baum“ 28 Menschen zusammen, um einen Heimatverein für Geltow zu gründen und ihm eine Satzung zu geben. 5 der Gründungsmitglieder sind heute noch aktiv dabei, haben den Aufbau und die Entwicklung des Vereins mitgestaltet und sind mit ihm 25 Jahre älter geworden.
Mit Blick auf die Satzung des Heimatvereins ist gleichzeitig die Historie des Vereins bestimmt. Es heißt in §2 unter Verwendungszweck: „Der Verein verfolgt den Zweck, die Heimatverbundenheit seiner Mitglieder und der Bürger von Geltow zu fördern. Besonders aufmerksam wirkt der Verein darauf hin, die die Heimatverbundenheit der Kinder und Jugendlichen zu entwickeln.“
Wie wurden diese Ziele nun im Einzelnen durchgesetzt? Zunächst hatte der Verein keine eigene Heimstatt. Die Mitglieder und interessierte Bürger wurden deshalb zu historisch-naturkundlichen Rundgängen durch den Ort und Wildpark-West eingeladen. So gab es zwischen 1992 und 1995 fünf solcher Begehungen, die immer eine gute Beteiligung aufwiesen. - Eine andere Möglichkeit mit den Geltower Bürgern in Kontakt zu kommen, waren die „Geltower Gespräche“. Diese umfassten Themen wie Schulzeit, Sport, Blumen- und Gemüseanbau u.a. in den Jahren von 1945 bis zur Gegenwart.
Der erste Höhepunkt in der Arbeit des Heimatvereins war die Vorbereitung und Mitgestaltung der Feier aus Anlass des 1000-jährigen Bestehens der Gemeinde Geltow vom 09.-13. Juni1993. Dazu fand u.a. in der Gaststätte „Grüner Baum“ eine Fotoausstellung statt, die einen interessanten Einblick in das Leben der Geltower gab. Zum gleichen Anlass erschien eine Broschüre mit dem Titel „Geliti-Geltow, 1000 Jahre Geltow- Heimatgeschichtliche Betrachtungen“. Dieses Heft entstand in Initiative der Mitglieder des Heimatvereins in kürzester Zeit und enthält Beiträge von Albrecht Herrmann, Gerhard Mieth, Friedel Schopp, Veronika Pilz, Sigrid Feibicke, Rosemarie Manert, Christa Mummelthey und Peter Wulf.
Ein ganz besonderes Ereignis gab es für alle Geltower zu Beginn des Jahres 1994!In einer ORB-Sendung über den Abzug der russischen Truppen aus dem Territorium der DDR erkannte unser ältestes Mitglied, Frau Schopp, im Fernseher, dass vor dem Haus der Kommandantur in Wünsdorf zwei der Brückentiere standen, die zur Baumgartenbrücke gehört hatten. Diese war 1945 vor dem Einmarsch der sowjetischen Truppen gesprengt worden. - Über einen langen Weg gelangten diese Fischotter-Figuren wieder zurück nach Geltow. Am 06.September 1994 wurden sie mit einem Fest, im Beisein des damaligen Ministerpräsidenten Manfred Stolpe, auf einem Platz vor der Baumgartenbrücke wieder aufgestellt.
Das Jahr 1997 brachte dann eine Wende für den Heimatverein. Nach dem Umzug des Bürgermeisters in das neue Ortszentrum wurden die Räume frei, nämlich im Mittelgeschoss der Hauffstr. 40, dem ehemaligen Sitz der Gemeindeverwaltung. Vier Räume mussten in Eigeninitiative der Mitglieder hergerichtet und mit Exponaten ausgestattet werden.
Darüber hinaus ließen wir uns von Herrn Wolfgang Zeitz ein Logo entwerfen, das die typischen Merkmale Geltows zum Inhalt haben sollte, das sind die Fischreiher, die die Havelseen überfliegen, das Wappen Geltows, der Karlsturm und die Baumgartenbrücke. Vom Jahr 1999 an wurden alle Veröffentlichungen im „Havelboten“ mit diesem Logo veröffentlicht (s.o.).
In der gleichen Zeit wuchs Geltow durch Neubaugebiete. Auf Anregung des HV erhielten die neuen Straßenzüge Namen von Menschen, die für Geltow eine Bedeutung darstellten, so z.B. Tonio Bödiker, Daniel Schünemann, Liselotte Herrmann und viele andere. Unsere Aufgabe sahen wir darin, die Neubürger darüber zu informieren, wer diese Menschen waren und so erarbeiteten wir einen Flyer mit den Namen und Lebensläufen der Betreffenden.
Auf ein besonders historisches Ereignis, das nicht nur für Geltow von Bedeutung war, sei hier hingewiesen. Anlässlich des 200. Jahrestages der Wiederkehr des Zuges des Schillschen Freikorps 1809 fand vom 24.-26.April 2009 ein Gedenkbiwak im Brückenpark statt. Ein großer Ehrenappel unter Beteiligung vieler Traditions-Einheiten der Befreiungskriege aus ganz Deutschland und Einheiten des Stabs- und Fernmeldebataillions des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr war der Höhepunkt der Veranstaltung. Die Vorbereitung und Durchführung dieser Veranstaltung lag in den Händen des damaligen Vorsitzenden, Herrn Dr. Ofcsarik.
Einen großen Teil an Leidenschaft und Initiative entwickelten die Mitglieder in jedem Jahr wieder neu, wenn es um die Gestaltung und Herstellung unserer Kalender ging, die wir bereits seit 13 Jahren herstellen. Hier kamen in den ersten Jahren die eigenen Fotos der Mitglieder zum Einsatz. Inzwischen haben die „Motivgeber“ mehrfach gewechselt. Jeweils 40 bis 50 Exemplare der Kalender wurden mehrheitlich auf dem Weihnachtsmarkt in Wildpark-West, neuerdings auch in Geltow, durch die Mitglieder angeboten und verkauft.
Einen wesentlichen Teil unserer Arbeit stellt die Verbindung zur örtlichen Grundschule dar. Seit wir im Jahr 2007 dazu beitrugen, dass die Schule den Namen des Freiherrn von Meusebach bekam, hat sich eine sehr enge Beziehung zwischen der Schulleitung und dem Verein entwickelt. So ist es zur Tradition geworden, dass die Schüler der dritten Klasse mit ihrer Lehrkraft unsere Räume aufsuchen, sich über unsere Exponate informieren und danach im Unterricht darüber sprechen. – Andererseits besuchen Mitglieder des Heimatvereins die Veranstaltungen der Schule und leisten Beiträge dazu. Ein ganz besonderes Ereignis stand im Jahr 2014 vor dem Verein, nämlich der Umzug in eine neue Heimstatt. Mit der Hilfe vieler Mitglieder erfolgte in wenigen Tagen die Einrichtung des neuen Heimes neben der Gaststätte „Grashorn“, in dem Haus, das ursprünglich der Bäckersfrau Alwine Rottstock gehörte. Hier sind wir im Ort besser präsent, als im alten Haus.
Mit den vorhandenen Einrichtungsgegenständen und den gesammelten Exponaten richteten wir die erste Ausstellung unter dem Titel „Sommerzeit-Erntezeit“ aus. – Im folgenden Jahr wurden neue Möbel angeschafft und nach einem Aufruf im „Havelboten“ zur Spende von Klassenfotos aus der Vergangenheit konnten wir eine Ausstellung unter dem Thema „Schulalltag in Geltow“ daraus entwickeln. Leider entsprach der Besuch beider Ausstellungen durch die Geltower Bürger nicht ganz unseren Erwartungen.
Für das Jahr 2016 wurde eine Ausstellung vorbereitet, die dem Schaffen eines alten Geltower Handwerkbetriebes Rechnung tragen sollte. Unter aktiver Zusammenarbeit mit dem ortsansässigen Gelbgießer Herrn Jürgen Wurziger und dessen Sohn konnte die Ausstellung „ Seltenes Handwerk in Geltow“ aufgebaut und am 21. Mai eröffnet werden. Nachdem wir im Haus ein elektronisches Wiedergabegerät installieren konnten, wurde am 27 .Mai mit prominenter Besetzung der von der Schule initiierte Film über die Arbeit des Betriebes Wurziger uraufgeführt. Diese Ausstellung hatte eine gute Besucherresonanz.
Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass in den zurückliegenden 25 Jahren eine Menge Kleinarbeit geleistet wurde, was bei dem Altersdurchschnitt der Mitglieder von 76 Jahren besonders zu berücksichtigen ist. Der Heimatverein Geltow hat z.Zt. 18 Mitglieder und 2 Ehrenmitglieder. Es wäre wünschenswert, wenn sich noch einige jüngere Bürger für die Mitarbeit im Verein begeistern könnten!
Dank gilt allen denen, die im Heimatverein Geltow e.V. in allen 25 Jahren aktiv mitgearbeitet oder ihn unterstützt haben.

Manfred Uhlemann, Gründungsmitglied u. ehem. Vorsitzender des Heimatvereins Geltow e.V. 2016





Hallo Fähre Caputh, MS Cecilienhof ist auf Talfahrt



So oder so ähnlich tönt es aus dem Lautsprecher der Fähre Caputh – Geltow, wenn sich die Ausflugsdampfer dem Caputher Gemünde aus der Potsdamer Richtung – also stromabwärts nähern. Dann bleibt die Fähre am Ufer bis die Stelle passiert wurde.
Zur Historie der Fähre, die seit 1853 in Caputher Besitz ist, liegt im dortigen Heimatverein genügend Infomaterial vor. Es ist deshalb auch eigentlich eine reine Caputher Geschichte, wäre da nicht der alte Geltower Fährmann Otto Grappatin. Er war 20 Jahre lang -1975 bis 1995- das prägende Gesicht auf der Fähre, denn er hatte das Aussehen eines Kapitäns und wurde deshalb einige Male bei Filmaufnahmen mit einbezogen.


In seiner Dienstzeit führte er ein kleines Gästebuch, in das sich Touristen und Promis mit Wort und Bild eingetragen haben. Dieses Gästebuch hat der jetzt 80 jährige , Otto‘ dem Geltower Heimatverein überlassen und ist damit jedem Besucher zugänglich.
                                                      K. Franke 2016